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Entstehung der Tagtrance
Ein weiters Beispiel
Ein weiteres Beispiel

Aber auch andere Situationen führen sehr oft zur Entstehung der Tagtrance. Z.B. die monotone Arbeit an einem Fabrikfließband. Auch sie bringt eine Belastung, aus der der Einzelne mittels Tagtrance flüchten will, „muss“. Nehmen wir ein Beispiel:

Ein Fabrikarbeiter, nennen wir ihn Daniel Mustermann, lebt in einer Großstadt und hier in einem Häuserblock mit noch einigen tausend Mitbewohnern. Er erlebt den größten Teil seines Lebens in Trance. Sein Tag beginnt um sechs Uhr morgens. Er erwacht durch seinen Wecker. Durch die dünnen Wände seiner Wohnung hört er auch andere Mitbewohner seines Hauses. -Er hört ständig irgend jemanden. - Er fühlt sich immer beobachtet, nur nicht zu laut sein (Dämpfung). Er macht sich Kaffee, isst ein Brot, wäscht sich, zieht sich an, täglich das gleiche. Er verlässt seine Wohnung. Er tritt auf die Straße, stellt sich bei der Straßenbahn-Haltestelle an, immer noch ist er gedämpft, er steigt in das Massenverkehrsmittel, noch größere Dämpfung ist nötig. Körper berühren sich, er findet keinen Platz. Menschen drängen sich aneinander - Daniel Mustermann nimmt keinen so richtig wahr. Er sieht durch sie hindurch. Vor der Fabrik angekommen trifft er wieder auf Menschen, ihm bekannte Menschen, Kollegen, er wird etwas bewusster, weniger Dämpfung. Am Arbeitsplatz geht es dann wieder los. Monotone Arbeit, nichts, was eine bewusste, dauernde Konzentration erfordert. Die Tagtrance kommt auch da zu Hilfe. Tagträume erleichtern diese Situation, kürzen den Arbeitsprozess ab. Am Abend wieder zurück in die Straßenbahn, das gleiche Spiel, zurück in die Wohnung, die Dämpfung lockert sich. Wenn der Effekt der Dämpfung zuwenig war, unterstützen ihn viele noch mit etwas Alkohol, dessen Wirkung sehr weit der Tagtrance ähnelt. Nur so lässt sich das, oder besser, dieses Leben erträglich leben. Die täglichen Portionen von Trance machen aus Daniel Mustermann eine angepasste, leicht zu lenkende Person, nur wenige werden aggressiv oder flüchten. Die meisten bleiben und dämpfen sich. Sie erleben ihr Leben nicht mehr voll bewusst sondern die Tagtrance wird zu ihrem Leben (aber auch viele negative Informationen prägen sich in diesen Zustand ein). Bis auf wenige "voll" bewusste Augenblicke, zieht das Leben an ihnen vorbei und das sehr schnell, denn die Zeit in der Tagtrance, unterliegt der Zeitverzerrung des Ursprungsbewusstseins. Stunden sind oft wie Minuten. Vieles ist Daniel Mustermann nicht wirklich bewusst. Die meisten Geschehnisse des Tages sind im Urbewusstsein und im Unterbewussten für ihn spurlos verschwunden. Ihm fehlen große Teile der Erinnerung über das Tagesgeschehen in der Fabrik von seinem Heimweg und auch oft große Teile seines übrigen Lebens. Er ist das Leben in seiner Traumwelt gewöhnt und er kann zumeist auch nicht daraus erwachen. Manchmal befallen ihn unbewusste Ängste, Ängste aus der Vergangenheit. Alte Programmierungen lenken ihn. Er vermeidet alles was ihm Angst machen könnte. Viele seiner Wünsche verdrängt er sofort. Sein Leben ist nicht agieren sondern es beschränkt sich alleine auf reagieren.

 

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